Filterleistung richtig dimensionieren: Durchfluss und Besatz
Die Filterleistung eines Aquariums wird häufig anhand der Beckengröße gewählt. Das greift zu kurz. Entscheidend ist, wie viel Durchfluss der Filter tatsächlich erzeugt und wie stark das Becken besetzt ist. Ein 200-Liter-Aquarium mit einem Filter, der nominell 600 Liter pro Stunde umwälzt, kann bei geringem Besatz problemlos laufen. Derselbe Filter gerät an seine Grenzen, wenn der Besatz deutlich höher ist. Die Faustregel, dass die Umwälzrate das Zwei- bis Dreifache des Nettovolumens betragen sollte, ist nur ein Startpunkt. Sie berücksichtigt weder die Stoffwechselleistung der Tiere noch die Menge an Futterresten und Ausscheidungen.
Wer die Besatzdichte richtig berechnen will, kommt an einem Blick auf den tatsächlichen Durchfluss nicht vorbei. Die nominelle Pumpenleistung sagt wenig über die effektive Umwälzung aus. Filtermedien, Schläuche, Höhenunterschiede und Verschmutzung reduzieren die Durchflussrate oft um 30 bis 50 Prozent. Ein Filter, der im sauberen Zustand 600 Liter pro Stunde schafft, kann nach einigen Wochen nur noch 350 Liter pro Stunde bewegen. Bei hohem Besatz reicht das nicht aus, um Ammonium und Nitrit zuverlässig abzubauen. Die Bakterienkultur im Filter braucht nicht nur Oberfläche, sondern auch eine ausreichende Strömung, damit der Stoffwechsel überhaupt stattfinden kann.
Die Besatzdichte wird üblicherweise in Zentimetern Fischlänge pro Liter Wasser angegeben. Ein Wert von 1 cm pro Liter gilt als moderat, 2 cm pro Liter als hoch. Diese Angabe bezieht sich jedoch auf ausgewachsene Tiere und berücksichtigt nicht die Körpermasse. Ein 10 cm langer Barsch produziert deutlich mehr Ausscheidungen als zehn 1 cm lange Guppys. Wer die Besatzdichte berechnet, muss also das Gewicht und den Stoffwechsel der Tiere mit einbeziehen. Ein Filter, der für 20 kleine Salmler ausgelegt ist, kann bei zwei mittelgroßen Buntbarschen überfordert sein. Die Filterleistung muss daher immer im Zusammenhang mit dem Besatz betrachtet werden. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht.
In der Praxis hat sich bewährt, den Durchfluss regelmäßig zu messen. Ein einfacher Test: Man füllt einen Eimer mit bekanntem Volumen und misst die Zeit, die der Filterauslass benötigt, um ihn zu füllen. Liegt die effektive Durchflussrate unter dem Dreifachen des Nettovolumens, ist entweder eine Reinigung des Filters fällig oder der Besatz zu hoch. Wer die Besatzdichte berechnet und dabei den tatsächlichen Durchfluss einbezieht, vermeidet Algenplagen, Sauerstoffmangel und kranke Fische. Die Dimensionierung der Filterleistung ist kein einmaliger Akt, sondern eine laufende Anpassung an die Entwicklung des Beckens.