Wände streifenlos streichen: Untergrund und Deckkraft
Ein gleichmäßiges Farbergebnis an der Wand hängt weniger von der teuren Farbe als von der Vorarbeit ab. Wer Streifen und unschöne Ansätze vermeiden will, muss den Untergrund gründlich prüfen und vorbereiten. Zunächst gilt es, alte Tapetenreste, lose Putzschichten und kreidende Altanstriche zu entfernen. Saugfähige oder stark saugende Untergründe wie Gipskarton oder Kalkputz sollten mit einer Tiefengrundierung behandelt werden, damit die neue Farbe nicht ungleichmäßig einzieht. Auch das Abkleben von Kanten und das Abdecken des Bodens gehören dazu, bevor der erste Pinselstrich erfolgt.
Die Deckkraft einer Wandfarbe wird oft überschätzt. Viele greifen zur günstigen Eigenmarke und wundern sich, dass nach dem Trocknen der alte Farbton durchscheint. Ein Blick auf die Angaben zur Ergiebigkeit und zum Kontrastverhältnis hilft, die benötigte Menge realistisch zu planen. Wer unsicher ist, kann Deckkraft und Farbtöne von Wandfarben vergleichen, bevor er sich für ein Produkt entscheidet. Grundsätzlich gilt: Je größer der Farbunterschied zwischen alt und neu, desto häufiger muss gestrichen werden – manchmal sind drei Anstriche nötig, auch wenn die Dose etwas anderes verspricht.
Beim Streichen selbst kommt es auf die Technik an. Die Farbe wird in einem Zickzack-Muster aufgetragen und anschließend mit dem Pinsel oder der Rolle in eine Richtung verteilt, ohne zwischendurch abzusetzen. Rollen mit mittlerer Florhöhe eignen sich für glatte bis leicht strukturierte Wände, während grobe Strukturen eine längere Florhöhe verlangen. Wichtig ist, nass in nass zu arbeiten, also immer eine ganze Wandfläche oder mindestens einen zusammenhängenden Bereich in einem Durchgang zu streichen. So entstehen keine sichtbaren Übergänge, die später wie Streifen wirken.
Nach dem Trocknen zeigt sich, ob die Deckkraft ausreicht. Bei dunklen Altfarben oder starken Farbwechseln empfiehlt sich ein Zwischenanstrich mit einer deckenden Grundierung. Wer diese Schritte beachtet, erhält eine glatte, gleichmäßige Oberfläche ohne Streifen – und spart am Ende Zeit und Material, weil Nachbesserungen entfallen.