Schmale Schränke und Regale für enge Räume planen und einbauen
Enge Räume verzeihen keine Planungsfehler. Wer einen Flur, ein schmales Bad oder eine Nische nutzen will, muss mit Tiefe, Höhe und Zugänglichkeit jonglieren. Bevor irgendetwas gekauft oder gebaut wird, steht die Messung an: Wandabstände, Türöffnungen, Fußleisten und Steckdosen. Erst wenn diese Werte feststehen, lässt sich entscheiden, ob ein Schrank mit 20, 30 oder 40 Zentimetern Tiefe überhaupt passt. Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass schmale Möbel automatisch weniger Stauraum bieten. Richtig geplant, kann eine 30-Zentimeter-Konstruktion durchaus mehr aufnehmen als ein tiefer Schrank, der die Bewegungsfläche blockiert.
Für die Konstruktion eignen sich zwei Grundtypen: offene Regalsysteme und geschlossene Schränke. Offene Regale wirken optisch leichter und lassen sich in jeder Höhe anpassen, sammeln aber Staub. Geschlossene Schränke mit Schiebetüren oder Falttüren sparen den Raum, den Drehtüren zum Öffnen benötigen. Besonders in Fluren mit Durchgangsverkehr sind Schiebetüren die bessere Wahl. Wer unsicher ist, welche Variante zu welchem Grundriss passt, findet unter Systeme für wenig Platz eine gute Übersicht zu Kosten, Stauraum und Planung. Die Tiefe sollte nie größer sein als die halbe Raumbreite, sonst wird der Gang zum Hindernisparcours.
Beim Einbau zählt jedes Detail. Scharniere mit integrierter Dämpfung verhindern, dass Türen gegen benachbarte Wände schlagen. Auszüge statt Fächer erleichtern den Zugriff in niedrigen Schränken. Wer auf den Zentimeter genau plant, kann sogar einen schmalen Schrank mit einer Innenschublade für Schuhe oder Bürsten kombinieren. Wichtig ist außerdem die Befestigung: In engen Räumen fehlt oft die Möglichkeit, von beiden Seiten zu schrauben. Dübel und Winkel müssen daher auf die Wandbeschaffenheit abgestimmt sein. Bei Trockenbauwänden sind spezielle Hohlraumdübel Pflicht, sonst droht der Schrank bei Beladung aus der Wand zu reißen.
Die Beleuchtung wird in engen Räumen oft vergessen. Ein LED-Band unter dem obersten Regalboden oder ein schmaler Lichtbalken an der Decke schafft Sicht, ohne zusätzliche Möbel zu benötigen. Wer diese Punkte beachtet, kann selbst aus einem 1,20 Meter breiten Flur einen funktionalen Stauraum machen, der nicht wie eine Notlösung wirkt.